Der EU AI Act: Was Unternehmen jetzt wissen und tun müssen
Künstliche Intelligenz (KI) erobert immer mehr Bereiche unseres Lebens – von automatisierten Kundenservices über smarte Diagnosesysteme bis hin zu selbstfahrenden Autos. Doch mit großer Macht kommt auch große Verantwortung. Deshalb hat die EU den AI Act auf den Weg gebracht: ein umfassendes Regelwerk, das die sichere und ethische Nutzung von KI innerhalb Europas sicherstellen soll.
Aber was genau steckt dahinter? Wen betrifft das Gesetz? Und vor allem: Was müssen Unternehmen jetzt tun, um regelkonform zu bleiben?
Lassen Sie uns das Ganze Schritt für Schritt durchgehen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Europäische Union hat den EU AI Act verabschiedet, der am 12. Juli 2024 offiziell im EU-Amtsblatt veröffentlicht wurde.
Seit dem 1. August 2024 ist das Gesetz in Kraft. Allerdings treten die meisten Bestimmungen erst nach einer zweijährigen Übergangsfrist in Kraft, während einige bereits früher gelten.
Dieses Gesetz verfolgt einen risikobasierten Ansatz: Je höher das Risiko eines KI-Systems, desto strenger sind die regulatorischen Anforderungen.
Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln, importieren oder nutzen, insbesondere im Hochrisikobereich, müssen diverse Auflagen erfüllen, um Konformität sicherzustellen.
Was ist der AI Act und warum wurde er eingeführt?
Der EU AI Act ist das erste umfassende Gesetz zur Regulierung Künstlicher Intelligenz in der Europäischen Union. Die EU verfolgt dabei zwei Hauptziele:
Schutz von Bürger:innen und Grundrechten: KI soll nicht zu Diskriminierung oder Missbrauch führen.
Förderung von Innovation: Unternehmen sollen weiterhin KI entwickeln dürfen, aber unter klaren Regeln.
Da das Gesetz auf einem risikobasierten Ansatz beruht, werden KI-Systeme nach ihrem Gefahrenpotenzial bewertet und entsprechend reguliert. Besonders Unternehmen, die Hochrisiko-KI nutzen, unterliegen strengen Auflagen. Deshalb müssen sie bestimmte Vorgaben einhalten, um die Konformität mit dem EU AI Act sicherzustellen.
Die wichtigsten Regelungen des EU AI Acts
Der AI Act teilt KI-Systeme in vier Kategorien ein, je nachdem, wie risikobehaftet sie sind:
KI-Systeme, die eine Bedrohung für Grundrechte oder die Sicherheit darstellen, werden komplett verboten. Dazu gehören unter anderem:
- Sozialkredit-Systeme nach dem Vorbild Chinas
- Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in der Schule
- Massenhafte Gesichtserkennung im öffentlichen Raum (mit wenigen Ausnahmen)
KI-Anwendungen, die in sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt werden, müssen strengen Anforderungen genügen. Beispiele sind:
- Medizinische Diagnosesysteme
- KI in der Strafverfolgung
- Systeme, die über Kreditvergaben oder Jobbewerbungen entscheiden
Unternehmen, die solche KI nutzen, müssen:
- Transparenzpflichten erfüllen
- Strenge Tests und Dokumentationen durchführen
- Sich an EU-Standards für Fairness und Sicherheit halten
Dazu gehören z. B. Chatbots oder KI-generierte Texte und Bilder. Hier müssen Nutzer lediglich informiert werden, dass sie mit einer KI interagieren.
KI-Systeme, die kein oder kaum ein Risiko darstellen, wie zum Beispiel:
- Spam-Filter
- Empfehlungssysteme (z. B. bei Netflix oder Spotify)
Für diese Anwendungen sind keine regulatorischen Maßnahmen notwendig.
Was müssen Unternehmen jetzt tun?
Wenn Ihr Unternehmen KI entwickelt oder nutzt, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:
✅ 1. KI-Systeme identifizieren und bewerten
Welche KI-Systeme setzen Sie ein?
In welche Risikoklasse fallen sie?
✅ 2. Compliance sicherstellen
Falls Sie hochriskante KI nutzen: Dokumentation und Transparenzanforderungen umsetzen
KI-Anwendungen auf Diskriminierung und Verzerrungen prüfen
Datenschutzrichtlinien überprüfen und anpassen
✅ 3. Mitarbeitende schulen
Teams müssen die neuen gesetzlichen Anforderungen verstehen
Sensibilisierung für ethische und faire KI-Nutzung
✅ 4. Regelmäßige Audits und Updates
KI-Modelle laufend evaluieren
Dokumentation stets aktuell halten
Was passiert bei Nichteinhaltung des EU AI Acts?
Verstöße gegen den EU AI Act können gravierende Konsequenzen nach sich ziehen:
Geldstrafen von bis zu 30 Millionen Euro oder 6 % des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich.
Reputationsverlust stellt ein erhebliches Risiko dar, da das Vertrauen von Kunden und Partnern erheblich beeinträchtigt werden kann.
Einschränkungen oder Verkaufsverbote für nicht konforme KI-Systeme können den Geschäftsbetrieb erheblich beeinflussen.
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Als ersten Ansatzpunkt können Online Tools helfen, um einen Überblick über die jeweiligen Pflichten und Verantwortlichkeiten zu erhalten, anhand einer eigenen Einschätzung.
Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat eine Checkliste mit Prüfkriterien nach der DS-GVO für die datenschutzkonforme KI Nutzung bereitgestellt.
Applied AI hat untersucht, welche Kriterien zur Risikoklassifizierung des AI Acts auf KI-Innovationen in Unternehmen Einfluss haben und welche Fragen geklärt werden müssen, um mehr Klarheit und Planungssicherheit zu schaffen.
Link zur Studie: AI Act: Risikoklassifizierung von KI-Anwendungen aus der Praxisperspektive
Den AI Act finden Sie im EU Amtsblatt der Europäischen Kommission in den Amtssprachen der EU-Mitgliedsstaaten.
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